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Verpflegungspauschale - Sachzulagen werden zur Bürde

Es gibt Neureglungen bei der Verpflegungspauschale. Bei dieser handelt es sich um Reisekosten, eine steuerfreie Zulage, die ein Arbeitgeber zahlen kann, wenn jener sich auf Dienstreise befindet. Zahlt der Arbeitgeber nicht, kann sie in der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Nur noch zwei Sätze und Änderungen bei Tätigkeitsstätte

Protest

Das Jahr 2014 bringt für Dienstreisende einige Änderungen mit sich. Die Reform des Reisekostenrechts bewirkt, dass die erste Tätigkeitsstätte von der regelmäßigen Arbeitsstätte abgelöst wird. Der Arbeitnehmer befindet sich an einer regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn sein Einsatz dort mindestens drei Monate beträgt. Bei täglich wechselnden Einsatzorten gilt die Abwesenheit von der Wohnung. Das birgt den Vorteil, dass Arbeitnehmer von dem Arbeitsplatz aus veranlagt werden, an dem sie sich befinden und nicht von jenem, bei dem sie angestellt sind. Des Weiteren wird für die Verpflegungspauschale eine Abwesenheit vom Arbeitsplatz von mehr als 8 Stunden gefordert, um die Summe von 12 Euro auszahlen zu können. Bislang galt die Regelung, dass es mindestens 8 Stunden für 6 Euro und mehr als 8 Stunden, aber weniger als 14 sein müssen, um eine Zahlung von 12 Euro zu erhalten. Bei Auswärtstätigkeiten, die länger als 24 Stunden andauern, bleibt die Pauschale von 24 Euro bestehen.

Erfreuliches bei der mehrtägigen Dienstreise

Ganz neu geregelt wurden die mehrtägigen Dienstreisen. Ab 2014 bekommt der Arbeitnehmer für den Tag der Anreise und für den Tag der Abreise 12 Euro erstattet. Dabei ist es unerheblich, ob er sich länger als 8 Stunden außer Haus, beziehungsweise außerhalb der Arbeitsstätte, befunden hat oder nicht. Diese Neuerung bringt auch für den Arbeitgeber große Vorteile. Er muss für die mehrtägigen Einsätze keine extra Nachweise mehr führen. Beispiel: Ein Mitarbeiter wird auf eine Fortbildung geschickt. Die Anreise beträgt 5 Stunden, die Abreise ebenso. Die Fortbildung dauert zwei Tage. Der Mitarbeiter erhält 2 x 12 Euro für An- und Abreise und 2 x 24 Euro für die mehrtägige Dienstreise. Mehr muss der Arbeitgeber in seinen Büchern nicht mehr aufzeichnen.

Sachzulagen werden zur Bürde

Ab 2014 gilt auch, dass die Reisekosten um gewährte Sachzulagen gekürzt werden muss. Was für den Arbeitgeber eine Erleichterung bedeutet, heißt für den Mitarbeiter finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen. Denn von da an müssen gewährte Verpflegungen, wie Frühstück, Mittag oder Abendessen von der Verpflegungspauschale abgezogen werden. Dabei gelten unabhängig vom Pauschalsatz 20 % des maximalen Tagessatzes für eine 24 stündige Abwesenheit, also 4,80 Euro, für ein Frühstück und 40 % , somit 9,60 Euro, für Mittag- oder Abendessen. Fährt ein Mitarbeiter demnach auf ein Seminar, welches eines Anreise- und eines Abreisetages bedarf, erhält er 12 Euro für die Anreise, 12 Euro für die Abreise und 24 Euro für den Seminartag. Das ergibt einen Betrag von 48 Euro. Hat der Arbeitgeber, zum Beispiel in dem Hotel, Frühstück und Abendessen gebucht, müssen die Kosten hierfür abgezogen werden. Abendessen Anreise: 4,80 Euro, Frühstück und Abendessen Seminartag: 4,80 Euro + 9,60 Euro, Frühstück am Abreisetag: 4,80 Euro. Gesamt: 24 Euro Somit verbleibt noch eine zu zahlende Verpflegungspauschale von 24 Euro. Bei mehrtägigen Dienstreisen kann auf diese Weise die Verpflegungspauschale sogar ganz entfallen. Selbst, wenn die Verpflegung die zu zahlende Pauschale übersteigt, entsteht kein geldwerter Vorteil und der Arbeitgeber kann auf eine Reisekostenabrechnung verzichten.

Nachtfahrten und Auslandsreisen 2014

In das Einkommensteuergesetz wurden die bisherigen Regelungen für Nachtfahrten übernommen. Hier gilt weiterhin, wer bis nach 0 Uhr unterwegs ist, erhält für den Tag, an dem er hauptsächlich außerhaus war, seine Auslöse. Bei den Reisen ins Ausland wurde gekürzt. Der "kleine Spesensatz" für die Arbeitsdauer zwischen 8 und 14 Stunden entfällt gänzlich. Ansonsten gelten weiterhin die entsprechenden Sätze. Eine weitere Neuerung hingegen tritt bei längerer Auswärtstätigkeit in Kraft. Zukünftig können Pauschalen nur noch für 48 Monate uneingeschränkt gewährt werden. Auch bei der Höhe der Zulage für einen Monat wurden Änderungen herbeigeführt. Die maximale Zahlung liegt zukünftig bei 1000 Euro monatlich.

Den Arbeitnehmer wird es freuen – Drei-Monats-Frist

Die der Drei-Monats-Frist gibt es hingegen erbauliche Neuerungen. Weiter Bestand hat, dass der steuerfreie Mehrverpflegungsaufwand nur für drei Monate am regelmäßigen Arbeitsplatz gewährt werden kann, allerdings beginnt diese Frist, von 2014 an, von neuem, wenn eine, mindestens, vierwöchige Unterbrechung stattfindet. Dabei ist es unerheblich, ob diese Unterbrechung durch einen anderen Arbeitseinsatz, Krankheit oder Urlaub herbeigeführt wurde. Beginnt der Arbeitnehmer seinen Arbeitseinsatz am 01. Februar 2014, läuft die steuerfreie Verpflegungspauschale bis zum 30. April. Geht nun der Mitarbeiter am 28. April in Urlaub und tritt seinen Dienst erst am 29. Mai wieder an, beginnt die Frist ab jenem Tag erneut an zu laufen. Bisher wäre dies nicht möglich gewesen, da Urlaub und Krankheit für einen erneuten Beginn der Frist nicht ausreichten.